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Wanderführer Herbert Schmitz und Gattin Trude hatten mal wieder akribisch und mit viel Herzblut eine Wandertour geplant, die die 31 Wanderer zwar nicht - wie in den Jahren zuvor - in die Alpen führte, sondern in die Südeifel, auch Luxemburgische Schweiz genannt. Die Anreise ins Domizil, ein rustikales Hotel in Ferschweiler, erreichten die Wanderer am Sonntag mit eigenen Fahrzeugen in knapp zwei Stunden. So blieb noch ausreichend Zeit für die erste Tour per Pedes.
Schon der Einstieg in die grandiose Felsenlandschaft ließ erahnen, welche wanderischen Herausforderungen in den nächsten Tagen auf die Wanderfreunde zukommen würden. Die Mischung aus Wald und Fels, schmalen An- und Abstiegen, Aussichtspunkten mit freiem Blick über Land und Ortschaften - einfach herrlich.
Mit dem nötigen Proviant versorgt, ging es am Montag über das Ferschweiler Plateau und den Ort Ernzen zu einer 15-km-Wanderung buchstäblich über Stock und Stein. Ziel an diesem Wandertag war die Teufelsschlucht. Der Namensgeber ließ sich zwar nicht blicken, aber die steinigen Pfade und bizarren Schluchten, durch die man sich teils buchstäblich hindurchquetschen musste, hatten schon was teuflisches.
Da traf es sich gut, dass sich am Dienstag die müden Füße bei einer Bustour durch Südeifel und Luxemburg erholen konnten. Der Busfahrer, ein Unikum und ein Kenner des Landes diesseits und jenseits der Grenze, kutschierte die Wandersleut zu bekannten und versteckten Sehenswürdigkeiten der Region, natürlich auch nach Luxemburg Stadt und Vianden.
Wie leckeres Pils gebraut wird, erschloss sich den Wanderern am Nachmittag bei einem Besuch in einer Eifeler Brauerei. Klar, dass der Ausstoß des nach den strengen Regeln des Deutschen Reinheitsgebots gebrauten Gerstensaftes auch gekostet werden konnte. Süffig, süffig. Und das machte hungrig; weshalb sich ein zünftiges Abendessen in der Braugaststätte anschloss.
Genug getan für Leib und Magen. Am Mittwoch mussten die Füße wieder ran. 13 km und 400 Höhenmeter durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark mit seinen urigen Mischwäldern; mit spektakulären Felsformationen, die Müllerthal, Wolfsschlucht und Hohllay heißen; durch Felslabyrinthe, die durch natürliche Auswaschungen entstanden sind oder von Menschenhand geschaffen wurden, weil das Gestein zum Bauen, Pflastern und Mahlen genutzt wurde. Davon zeugt z.B. eine Örtlichkeit namens Breechkaul, in der bis ins 19. Jahrhundert Mühlsteine gebrochen und behauen wurden. Heute dient die so entstandene Höhle als Kulisse für ein Freilichttheater.
Am Donnerstag war ein Hopfengarten das Wanderziel. Zunächst marschierten die Wanderfreunde von Ferschweiler über Feld- und Waldwege bis an das Flüsschen Prüm, dessen Ebene zu den besten Anbaugebieten von Hopfen gehört. Entlang der Prüm und vorbei an Dutzenden Hopfengärten, weiter über steile und felsige Pfade durch ein Waldstück nach Holsthum, wo Hopfenbauer Andreas Dick die Wanderer auf seinem Hof willkommen hieß. In einem nahegelegenen Hopfengarten informierte der gelernte Bierbrauer und Agronom seine aufmerksamen Zuhörer über Anbau, Ernte, Behandlung und Vermarktung der Bierwürze. Auf seinem Hof bestaunten alle die riesigen Maschinen, in denen die frisch geernteten Hopfenpflanzen verarbeitet werden.
Der Rückweg zum Hotel war dann weniger anstrengend, dafür aber feucht-fröhlich auf einem Planwagen, mit dem der Wirt die Wanderfreunde durch Feld und Wald bugsierte.
Am letzten Abend vor der Abreise gabs noch eine zünftige Grillparty mit Buchenholzfeuer in der hoteleigenen Grillhütte.
Traditionell erfreuten die Wanderinnen vom "Mädchentisch" ihre Wanderfreunde nebst Wirtsleut und andere Gäste mit einem Sketch über einen Aufstand im Nonnenkloster. Köstlich!
Aufbruch am Freitagmorgen zur Abschlusswanderung rund um das Naturdenkmal "Felsenweiher". Nochmal 9 km waren zu bewältigen. Wege und Steige boten den Wanderfreunden einen letzten, aber nachhaltigen Eindruck von der Schönheit der Landschaft, den ausgedehnten Wäldern und den bizarren Felsen in dieser grandiosen Region.
Eine tolle Woche! Danke Trude und Herbert.

2015 09 Wandergruppe

Text: Alfons Selt